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21.08.2020 | Neuigkeiten

Nutzer haben höhere Ansprüche

Feldkirch, Österreich - 21. August, 2020

Jessica Rademacher ist Head of User Experience und Usability im Bereich Forschung und Entwicklung bei Kuka. Im Interview verrät sie unter anderem, warum sich die Ansprüche der Kunden verändert haben und warum eine Bedienoberfläche ein Wettbewerbsfaktor ist.


Können Sie Usability & User Experience (UX) verkaufen, wird es zum Wettbewerbsfaktor in der Robotik?

Ja. Wenn eine Aufgabenstellung dank Usability /UX konzentrierter und effizienter erledigt werden kann, ist das ein wirtschaftlicher Faktor und somit ein Wettbewerbsfaktor. Auf den Kunden und dessen unterschiedliche Benutzergruppen besser einzugehen, lohnt sich nach meiner Sicht definitiv.

Welche Rollen spielt die Visualisierung für IIoT-Anwendungen, Connectivity oder Datengeschäftsmodelle?

Es ist ein sehr gutes Mittel, um etwas sehr Abstraktes zu veranschaulichen. Visualisierung kann helfen, komplexe Themen rund um IIoT oder Smart Data verständlich zu machen und sie dadurch dem Nutzer näher zu bringen. Neben der Darstellung von kritischen Maschinenzuständen, Wartungsintervallen oder unternehmensrelevanten Kennzahlen kann über eine Visualisierung festgestellt werden, ob eine Anlage online ist oder nicht. Für neue Geschäftsmodelle, wie Pay-per-Use, ist die Visualisierung die zentrale Informationsquelle, wie viel produziert wurde. Damit ist die Visualisierung im IIoT-Bereich ebenfalls von zentraler Bedeutung.

Wie haben sich Usability und UX in den zurückliegenden Jahren verändert?

Die Bedienung mechatronischer Systeme ist durch vielfältigere Aufgaben immer komplexer geworden. Dadurch haben Bedienoberflächen als Schnittstelle zum Menschen immer mehr an Bedeutung gewonnen. Eine weitere Herausforderung ist außerdem die mittlerweile große Vielfalt an Nutzern. Diese war früher relativ einheitlich, es waren vor allem Experten mit hohem technischen Verständnis. Aber die Anzahl der Systeme wird größer und wir sind in den unterschiedlichsten Märkten vertreten, was zur Folge hat, dass wir mittlerweile viele verschiedene Benutzergruppen berücksichtigen und unterstützen müssen – tiefes technisches Verständnis ist nicht mehr zwingend vorhanden.

Wie stehen Sie zu Standards von Bedienoberflächen?

Wir verwenden Standards in Form von Leitfäden und Styleguides. Wir haben den Anspruch, dass in unterschiedlichen Software-Produkten ähnliche Workflows existieren, so dass ein Wiedererkennungseffekt eintritt und der Benutzer sich beim Verwenden der Software zuhause fühlt. Extern und allgemein betrachtet haben sich bestimmte Bedienelemente und zugehörige Funktionalitäten bei grafischen Benutzeroberflächen etabliert. Ein klassisches Beispiel sind Radiobuttons, die dazu dienen, aus mehreren Optionen eine zu selektieren, wohingegen Checkboxen eine Mehrfachauswahl ermöglichen. Der Benutzer hat bereits gelernt, welche Funktionalitäten geboten werden und bringt somit das Verständnis für die Bedienung mit. Solche Standards haben sich durchgesetzt und das sollte man auch akzeptieren – auch das ist User Experience.

Wie haben sich Kundenanforderungenverändert?

Die Anforderungen heute sind vielfältiger, da mehr Menschen mit Robotern arbeiten und es unterschiedliche Benutzerrollen mit jeweils spezifischen Aufgaben gibt, vom Inbetriebnehmer über den Bediener bis hin zum Instandhalter. Sie alle brauchen natürlich eine bestmögliche Lösung für ihre eigene Arbeitsaufgabe. Hier den richtigen Mittelweg zu finden, ist unser Anspruch. Deshalb ist uns ein intensiver Austausch mit den Benutzern wichtig, um herauszufinden, was sie wirklich brauchen.

Welchen Einfluss haben Smart Devices auf Industrie-Bedienoberflächen gehabt oder haben sie noch?

Die Erwartungen des Benutzers an industrielle Bediengeräte sind definitiv gestiegen. Im Gegensatz zu früher sind heute die meisten Mitarbeiter mit Tablets oder Smartphones zuhause auf dem neuesten Stand und erwarten bei der Arbeit Geräte auf einem ähnlichen technologischen Niveau. Auch hinsichtlich Grafikdesign haben Nutzer heute höhere Ansprüche, was möglicherweise von privaten Apps beeinflusst ist. Grafikdesign hilft dabei, Oberflächen und Workflows verständlicher zu machen und Ästhetik-Anforderungen zu erfüllen.

Was leistet eine gute Usability, was ist Ihnen wichtig?

Kurz gesagt: Uns geht es darum, den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Unsere Produkte sollen ihm die Funktionalitäten bieten, die er braucht, um Aufgaben effizient, effektiv und zufriedenstellend ausführen zu können.

Wie reagieren Sie auf Veränderungen, wie haben Sie Ihre Usability /UX verändert?

Man kann heute nicht mehr nur mechatronische Systeme verkaufen und davon ausgehen, dass der Kunde glücklich ist. Der Kunde erwartet heute ein Gesamtpaket, dass es ihm ermöglicht, seine Prozesse bestmöglich zu gestalten, um erfolgreich seine Visionen umzusetzen. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, führen wir nutzerzentriertes Denken und Methodiken in die Forschung und Entwicklung ein und binden den Anwender, beispielsweise durch Interviews und Nutzertests, aktiv ein.

VORTEILE DER atvise® scada INTEGRATION FÜR KUKA

• Herstellerunabhängige Visualisierung zum flexiblen Einsatz in verschiedensten Projekten
• Darstellung in reiner Webtechnologie, Verwendung verschiedenster Anzeigegeräte
• Umsetzung von modernen Bedienkonzepten inkl. Responsive Design
• Standardisierte Datenanbindung durch OPC UA Companion Specifications
• Offenes, flexibel anpassbares System zur nahtlosen Integration in bestehende Lösungen
• Einfach zu bedienendes Baukastensystem für individuelle Anpassungen durch ServiceTechniker
• Einbindung von 3D-Animationen

 

Mehr über Kuka herausfinden: https://www.kuka.com/de-at