
Dromec aus Rhenen (Niederlande) hat sich auf die Entwicklung leistungsstarker Seilwinden spezialisiert. Eine Fischerei hatte wiederholt mit defekten Getrieben ihrer elektrischen Winden zu kämpfen. Die Ursache dafür war unklar. Deshalb konsultierte das Unternehmen Condition-Monitoring-Experten von Bachmann Monitoring.
Geht unterwegs beim Fischfang das Getriebe einer Seilwinde kaputt, ist das für den Fischereibetrieb ein großes Problem: „Die Fischer fahren teilweise über einen halben Tag bis zum Fischgrund. Bei einem Defekt müssen sie den gesamten Weg retour fahren, um die Winde zu reparieren. Der Fang eines ganzen Tages ist damit verloren“, erklärt Geerart de Vree, technischer Direktor bei Dromec.
Vier defekte Getriebe musste das Unternehmen bereits beklagen. Um die Gründe für das Versagen zu ermitteln, installierte Dromec temporär eine M200-Steuerung von Bachmann sowie je drei Schwingungssensoren an den zwei Getrieben und zwei Sensoren an den beiden elektrischen 200-kW-Motoren des Schiffs. Die Experten von Bachmann Monitoring analysierten und interpretierten die erfassten Daten. „Das Condition-Monitoring-System lieferte uns ein unglaublich klares Bild über die einzelnen Komponenten. Wir konnten etwa ein verrostetes Lager am Lüfter des Elektromotors ausfindig machen, da es durch die zunehmende Reibung nach und nach eine neue Frequenz im Spektrum verursachte. So war es uns möglich, das Lager zu tauschen, bevor es ganz defekt war“, so Geerart de Vree.
Damit war das Problem aber nicht gelöst. Die Getriebe versagten in der Folge dennoch ihren Betrieb. „Eigenartigerweise nicht dann, wenn das Drehmoment beim Einbringen des Fangs hoch war. Sondern beim Ausbringen der Netze und niedriger Last, wenn die Winden bei einer hohen Geschwindigkeit die Leinen abrollten. Das hätten wir nicht vermutet.“ Dromec passte deshalb die Steuerung so an, dass der Kapitän bei einer zu hohen Geschwindigkeit des Schiffs durch ein Blinksignal gewarnt wird. „Der Flyshoot-Fischfang dauert rund 90 Minuten. Wird die maximale Geschwindigkeit um 10% reduziert, verlieren die Fischer nur rund 30 Sekunden beim Auslegen – an einem ganzen Tag also nicht einmal 5 Minuten“, rechnet Geerart de Vree vor, und ergänzt: „Seit dieser Anpassung verrichten die Getriebe problemlos ihren Dienst. Schön, dass nun alles wie geschmiert läuft.“



