
Partnerschaft mit Rückenwind
AMSC Windtec GmbH
Erfolgsmodell aus Österreich
AMSC Windtec wurde 1995 in Kärnten / Österreich gegründet und entwickelt umfassende Technologielösungen für hochverfügbare und hocheffiziente Windkraftanlagen weltweit. Die Systemkomponenten zur kompletten Automatisierung der Anlagen stammen von Bachmann electronic. In einem Gespräch mit ›realtimes‹ beschreibt Martin Fischer, Geschäftsführer der AMSC Windtec, das Geschäftsmodell des Unternehmens und berichtet von der erfolgreichen Zusammenarbeit der beiden österreichischen Systemlieferanten.
Seit 2007 gehört Windtec zur American Superconductor Corporation (AMSC). Das Unternehmen entwickelt komplette Design-Lösungen für Windkraftanlagen und liefert die Technologie und das Know-how für die Windkraftanlagenbauer. Insgesamt beschäftigt AMSC Windtec 130 Mit arbeitende am Standort Klagenfurt (A), wo im Design- und Engineeringzentrum ein Team von mehr als 110 technischen Experten an der Entwicklung von Lösungen und am Technologietransfer für die Kunden arbeitet.
realtimes: AMSC Windtec baut selbst keine eigenen Windkraftanlagen, sondern vermarktet Technologie und Komponenten in einem Konzept, das Sie ›Build your own wind turbine‹ nennen. Dies ermöglicht es Unternehmen (OEMs), unter Lizenz eigene Windkraftanlagen aufzubauen. Inzwischen sind alle erfolgreichen Neueinsteiger in der Windenergie Ihre Kunden. Welche Vorteile ziehen diese aus Ihrem Modell?
Martin Fischer: AMSC Windtec bietet als System entwickler einen absoluten Mehrwert. Wir liefern die Technologie, wobei der Entwicklungsfokus auf der optimalen Kombination von Maschinenbau, Elektrotechnik und Software liegt. Aktuell gibt es am Windmarkt keine Firma, die eine vergleichbare Leistung nach dem Prinzip ›alles aus einer Hand‹ anbieten kann. Daneben bieten wir auch Unterstützung beim Aufbau einer lokalen Supply Chain, in der entweder unsere Kunden große Komponenten wie Rotorblätter, Getriebe, Generatoren und Türme selber herstellen, oder Zulieferer direkt bei unseren Kunden Produktionsstätten aufbauen. So entstehen ›Wind Energie Cluster‹. Teilweise planen wir auch die Logistik von den Prozessen bis hin zu den Fertigungshallen. Und wir bieten unseren Kunden das Know-how für Zusammenbau, Test, Errichten, Inbetriebnahme und Wartung unserer Windkraftanlagen.
realtimes: Sie entwickeln inzwischen die Technologien für 10MW-Windkraftanlagen. Wie sehen Sie die weitere leistungsmäßige Entwicklung der Turbinen?
Martin Fischer: Betrachtet man die Leistung von Windkraftanlagen aus der Position des Maschinenbaus, so werden die Anlagen überproportional schwerer und teurer bezogen zur Anlagenleistung. Der Grund dafür ist, dass die maximale Blattspitzengeschwindigkeit nahezu konstant ist, und dann das Drehmoment (was in diesem Zusammenhang gleichbedeutend mit den Kosten ist) quadratisch zur Leistung wächst. Diesem Umstand kann man mit ausgefeilter Steuerungs- und Regelungstechnik, perfekter mechanischer Auslegung und durch den Einsatz neuer Materialien entgegenwirken. Dazu kommt, dass für den Projektentwickler die Kosten für Trans port und Errichten der Infrastruktur für wenige große Anlagen geringer sind als für viele kleine Turbinen. Durch die fortschreitende Technik werden also auch größere Anlagen immer attraktiver werden. Es spricht bis jetzt nichts dagegen, dass es auch kommerzielle 20MW
realtimes: Wie beurteilen Sie die Entwicklung der Windkraft in Europa und global?
Martin Fischer: Unabhängig von allen Szenarien und Prognosen müssen wir uns der Tatsache stellen, dass die Ressourcen an fossilen Brennstoffen zu Ende gehen. Derzeit werden 79 % des weltweiten Energiebedarfs daraus gedeckt. Das ist auch der Marktanteil, der den Alternativenergien noch zur Verfügung steht. Und diesen Markt können wir noch bearbeiten, denn neben der Wasserkraft ist momentan die Windenergie die einzig wirtschaftlich relevante Alternative. Das Global Wind Energy Council geht von Szenarien in der Windenergie aus, die selbst im moderaten Modell eine jährliche Wachstumsrate von 12,5 % und im Referenz szenario von 7,5 % prognostiziert. Der beste Markt für die Windbranche ist in den kommenden Jahren sicher China. Dort sind wir mit einem Marktanteil von 25 % bereits bestens etabliert. Wir erwarten mittelfristig aber auch Märkte in Südamerika, den GUS, dem Mittleren Osten und längerfristig auch in Afrika.
realtimes: Ihre Windkraftanlagen zeichnen sich durch Innovation und stetige Weiterentwicklung aus. Welche Aufgabe fällt dabei Bachmann electronic als einem Technologiepartner zu?
Martin Fischer: Bachmann electronic ist wie AMSC Windtec auch Systemlieferant. Wir sehen beide das ›größere Ganze‹. Daher ergibt sich in der Kommunikation mit Bachmann nie die Frage, wer, warum, was machen müsste – sondern es steht immer der Erfolg für den Endkunden im Zentrum. In der Entwicklung profitieren wir voneinander, denn es gibt ausgezeichnete Ideen auf beiden Seiten. Dazu bewegen wir uns in einem unglaublich guten Markt und mit einem Partner wie Bachmann electronic macht das Geschäftsleben richtig Spaß.


